Historia Occidentalis

Ein Blog zur Zentraleuropäischen Geschichte

Monat: September 2019

August und September 1914 im Westen

Situation am 5. September 1914

Die folgende GIF – Datei zeigt den Verlauf der deutschen Offensive an der Westfront vom 4. August bis zum 20. September, die Marneschlacht und den folgenden Rückzug zur Aisne. Original bei giphy.com.


(© John Vincent Palatine 2019)

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Der Deutsch-Sowjetische Nichtangriffspakt

Abdruck in der Iswestija am 18.09.1939

Im Moskauer Kreml wird am 23.8.1939 ein Nichtangriffsvertrag zwischen dem deutschen Reich und der UdSSR unterzeichnet. Nach der Unterzeichnung im Gespräch, Joseph Stalin und der deutsche Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop.

Die unten abgebildete Originalkarte ist die geographische Umsetzung des geheimen Zusatzprotokolls des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspaktes, auch Molotow-Ribbentrop-Pakt bzw. Hitler-Stalin-Pakt genannt, der in der Nacht vom 23. zum 24. August 1939 in Moskau von dem deutschen Außenminister Joachim von Ribbentrop und Wjatscheslaw Molotow, dem sowjetischen Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten im Beisein Josef Stalins und des deutschen Botschafters Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg unterzeichnet wurde.

“Für den Fall einer politisch-geographischen Umgestaltung Europas” sah das Protokoll die Aufteilung Osteuropas in deutsche und russische Interessensphären vor – im Falle des Baltikums inklusive Finnland sollten Lettland, Estland und Finnland in der sowjetischen Interessensphäre liegen, Litauen in der deutschen. Polen wurde ziemlich genau entlang der Flüsse Narew, Weichsel und San zwischen Deutschland und der UdSSR halbiert und Bessarabien an Russland konzediert.

Originalkarte mit den Signaturen Ribbentrops und Stalins mit dem geplanten Grenzverlauf
Deutsche Ausfertigung des Zusatzprotokolls, mit den originalen Unterschriften
Letzte Seite der russischen Ausfertigung
Veröffentlichung im Reichsgesetzblatt am 25. September 1939

Die geplante “Umgestaltung” Europas begann am 1. September 1939 mit dem deutschen Angriff auf Polen – die Sowjets nahmen ab dem 17. September teil und rückten ihrerseits in Ostpolen ein. In der Realität ergaben sich später geringfügige Abweichungen von den vorher ausgemachten Grenzen, die die folgende Grafik zeigt:

Treffen deutscher und sowjetischer Truppen in Lublin (Polen) am 22. September 1939
Die Presse hatte ihren Spaß – Karikatur im britischen “Evening Standard”.

Obwohl der Pakt ein harter und unerwarteter Schock für die Weltpresse und Weltpolitik war, ist es immer noch weitgehend unbekannt, dass er vom Auswärtigen Amt viele Monate lang heimlich vorbereitet wurde. Während das AA – nach dem Krieg – die Legende aufrechterhalten wollten, dass sie nur ihren Job gemacht hätten und mit Sicherheit keine Nazis waren, sind ihre Bemühungen gut dokumentiert und der Autor hat die Unterlagen im Avalon-Projekt an der Yale Law School and University lokalisiert. Sie werden der Gegenstand eines späteren Beitrags sein.

Hier ein Auszug aus den Avalon-Akten – Ribbentrops Telegramm an den deutschen Botschafter Schulenburg in Moskau vom 14. August 1939, das Stalin über seinen Wunsch nach einem Treffen informierte [Übersetzung folgt].


(© John Vincent Palatine 2019)

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