The Roman Orgy (1911) – ein Stummfilm von Louis Feuillade

YouTube Video: Rome – A Perverts’ Paradise (Englisch)


Die Geschichte des Römischen Imperiums hat uns eine Reihe skandalöser und bemerkenswerter historischer Gestalten von Frauen geschenkt, die sich unserem Gedächtnis vor allem durch die Flexibilität ihrer Moral einprägen.

Obwohl die Konkurrenz groß ist, scheint es doch bemerkenswert, dass nicht weniger als sechs von ihnen, Claudia Livia Julia (normalerweise Livilla genannt), Julia Livia (manchmal Julia Drusi Caesaris Filia, Tochter des Drusus Caesar), Julia Agrippina die Jüngere, Claudia Octavia, Julia die Ältere (eigener Artikel) und Livia Drusilla (auch Julia Augusta genannt) alle aus einer einzigen Familie stammten und  alle innerhalb nur eines guten Jahrhunderts lebten (58 v. Chr. bis 68 n. Chr.)  – zur gleichen Zeit wie ihre Konkurrentinnen Kleopatra (eigener Artikel), Valeria Messalina, (eigener Artikel), Poppaea Sabina die Jüngere und Poppaea Sabina die Ältere, ihre Mutter. Nur Theodora (eigener Artikel) ließ etwas Zeit verstreichen bis zu ihrem eigenen Versuch, die historischen Bestmarken zu übertreffen …

Das Blumenfest – Ludi Florales (Detail)
Flotter Dreier auf dem Nil
Statue des Hermaphroditus aus Pergamon
Aphrodite beim Spiel

Notabene: Einige sexuelle Einstellungen und Verhaltensweisen in der antiken römischen Kultur unterscheiden sich deutlich von denen in späteren westlichen Gesellschaften. Die römische Religion förderte die Sexualität als einen Aspekt des Wohlstands des Staates, und Einzelpersonen konnten sich an private religiöse Praktiken oder „Magie“ wenden, um ihr erotisches Leben oder ihre reproduktive Gesundheit zu verbessern. Prostitution war legal, öffentlich und weit verbreitet. In angesehenen Haushalten der Oberschicht wurden auch immer „pornografische“ Gemälde in den Kunstsammlungen gezeigt. Es galt für Männer als natürlich und unauffällig, sich sexuell von Jugendlichen beiderlei Geschlechts angezogen zu fühlen, und Päderastie wurde geduldet, solange der jüngere männliche Partner kein frei geborener Römer war. “Homosexuell” und “heterosexuell” bildeten nicht die primäre Zweiteilung des römischen Denkens über Sexualität, und es gibt keine lateinischen Wörter für diese Konzepte. Keine moralische Zensur richtete sich gegen den Mann, der sexuelle Handlungen mit Frauen oder Männern von minderem Status genoss, solange sein Verhalten keine Schwächen oder Exzesse offenbarte oder die Rechte und Vorrechte seiner männlichen Kollegen verletzte. Während promiskuitive Weiblichkeit vor allem in der politischen Rhetorik angeprangert wurde, galt Sex in Maßen mit männlichen Prostituierten oder Sklaven nicht als unangemessen oder unmaskulin, solange der männliche Bürger die aktive und nicht die passive Rolle übernahm. Hypersexualität wurde jedoch sowohl bei Männern als auch bei Frauen moralisch und medizinisch verurteilt. Frauen mussten sich an einen strengeren moralischen Kodex halten, und die gleichgeschlechtlichen Beziehungen zwischen Frauen sind nur unzureichend dokumentiert, aber die Sexualität von Frauen wird in der gesamten lateinischen Literatur unterschiedlich gefeiert oder verleumdet. Im Allgemeinen hatten die Römer flexiblere Geschlechterkategorien als die alten Griechen.

Hermaphroditus, aus der Villa Borghese

In der Theorie, spätestens seit der Lex Iulia de Adulteriis von Augustus, war Ehebruch ein Verbrechen der Frau (nicht des Mannes), aber dieses Gesetz wurde, wenn, dann eher aus politischen Gründen aus der Schublade herausgekramt denn aus sexuellen – Ehebruchsprozesse waren eher selten. Leidenschaft, Eifersucht, Gift und sexuelle Perversion waren jedoch, wie die Quellen zeigen, sehr beliebte Zeitvertreibe …

Orgie, von Robert Auer

Das Establishment des kaiserlichen Hofes – des Machtzentrums des Reiches – begünstigte die Konkurrenz, die in den Zeiten der Republik in dieser Form unbekannt war.

Zu den bedauerlichen Todesfällen wäre zu bemerken, dass das Tragen von Waffen in Rom ja verboten war – Gift war also das Mittel der Wahl, vielleicht noch Dolche …. Die beliebten Hinrichtungen von Verrätern (jeder war ein potenzieller Verräter) erfolgten mit dem Schwert, sofern sie offiziell waren – falls nicht, war, den Verbannten im Exil verhungern zu lassen, eine beliebte und kostengünstige Methode.

Tiberius feierte seine Orgien bevorzugt auf Capri
Tiberius feierte seine Orgien bevorzugt auf Capri

Siehe den Film “Caligula” … [Play/Download – Nur zur Quellenforschung]

Und noch mehr Blumenliebhaberinnen …

Teil 1 – Plätze 10 bis 8:

https://blogs.transparent.com/latin/the-top-ten-scandalous-women-of-ancient-romepart-i/

In den Hauptrollen: Theodora [englische Kurzbiographie], Faustina die Jüngere und Fulvia Flacca Bambula [siehe A Study of Fulvia by Allison Jean Weir]

# 10: Theodora
# 9: Faustina
Fulvia mit dem Kopf von Cicero
# 8: Fulvia mit dem Kopf von Cicero
Spiel und Spaß für die ganze Familie …

Teil 2 – Plätze 7 bis 4:

https://blogs.transparent.com/latin/the-top-ten-scandalous-women-of-ancient-rome-part-ii/

In den Hauptrollen: Julia die Ältere (Kurzbiographie, englisch), Valeria Messalina, Claudia Livia Julia und Kleopatra

# 7: Julia von Leon François Comerre
# 6: Messalina von Eugène Cyrille Brunet
Die Königin des Baacchanals von Fritz Zuber Buhler
Die Königin des Bacchanals von Fritz Zuber Buhler
# 5: Claudia Livia Julia (Livilla)
# 4: Kleopatra – von Robert Auer
Einzug der Venus im Garten von Lucullus
Einzug der Venus im Garten von Lucullus

Die Medaillengewinner:

https://blogs.transparent.com/latin/the-top-ten-scandalous-women-in-ancient-romefinale/

In den Hauptrollen: Poppaea Sabina die Jüngere, Julia Agrippina die Jüngere und Livia Drusilla

Livia Drusilla, die langjährige Ehefrau Augustus, verdient zweifelsohne einen eigenen Beitrag, der in Planung ist. Von den regimetreuen Schreibern über den grünen Klee als treue Ehefrau und Mutter der Nation gelobt, schrieben ihre Kritiker Gift und Galle über die seltsamen Todesfälle ihrer Gegner [FN1] und über die Bereitwilligkeit, mit der sie ihrem Mann blutjunge Mädchen zur Befriedigung seiner kaiserlichen Lust zuführte.

[FN1] Livia soll, um ihrem Sohn Tiberius und sich selbst zur Macht zu verhelfen, den Tod des Marcellus 23 v. Chr. (Cassius Dio 53,33,4; Seneca, Dialogi 6,2,5), den der Gaius und Lucius Caesares (Tacitus, Annalen1,3,3; Cassius Dio 55,10a,10), des Augustus selbst (Tacitus, Annalen1,5,1; Cassius Dio 56,30,1) und des Germanicus (Tacitus, Annalen3,3,1; 3,17, 2 ff.) zu verantworten haben. Ebenso soll sie veranlasst haben, dass Agrippa Postumus (Tacitus, Annalen1,3,4) und Iulia (Tacitus, Annalen4,71,4) verbannt und umgebracht wurden (siehe Wiki, n. 163).

# 3: Poppaea Sabina
Poppaea bring Nero Claudia Octavia’s Kopf …
# 2: Agrippina, von ihrem Sohn Nero ermordet
Eine Familienszene von Antoni Zucchi: Virgil liest Kaiser Augustus, Livia und seiner Schwester Octavia vor, welche vor Aufregung in Ohnmacht fällt
"Die Orgie" von Édouard Henri Avril
Édouard Henri Avril zeigt weitere Möglichkeiten der Unterhaltung für die ganze Familie ..
Szene aus Pompeji

Falls Sie allerdings neugierig waren und einen Blick riskiert haben, schicken Sie uns bitte Ihren Kommentar zu den Ausschweifungen, die Sie gesehen haben!

(© John Vincent Palatine 2019)

Aufrufe: 1110