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Die historische Iulia Drusilla (meist nur Drusilla genannt; geboren am 16. September AD 16 bei Confluentes (heute Koblenz); verstorben am 10. Juni 38) in Rom, war als Schwester des Kaisers Caligula römische Kaiserin und eine Angehörige der iulisch-claudischen Dynastie. Ihre Eltern waren Germanicus und Agrippina die Ältere, und sie war die Schwester von Julia Livilla, Agrippina der Jüngeren, Nero Julius Caesar, Drusus und Gaius Caligula. Sie war eine Urenkelin von Augustus, Großnichte von Tiberius, Nichte von Claudius und Tante von Nero.

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Wie wir schon bei mehreren Mitgliedern der Familie festgestellt haben, ist ihr Ruf durch das negative Bild, das zeitgenössische Historiker vom dem gesamten Clan gemalt haben, stark beeinträchtigt. Es scheint klar zu sein, dass sie die Favoritin ihres Bruders Caligula war, und die skandalösen Zungen, von denen es jede Menge gab in Rom, schrieben ihr – wie auch ihren Schwestern – inzestuöse Beziehungen zu Caligula zu. Dieser hatte eindeutig mehr als brüderliche Gefühle für seine Schwestern, denen er die Privilegien von Vestalinnen verlieh und ihre Gesichter auf Münzen prägen ließ. Auf deren vestalische Pflicht zur Keuschheit, jedoch, schien der Imperator keinen Wert zu legen.

Wie viel von den Gerüchten wahr ist, wissen wir nicht. Es ist möglich, dass Caligula, der, wie wir wissen, ein paar Schrauben locker hatte, versuchte, das Muster seiner römischen Abstammungslinie nach einem Vorbild zu verändern, das den hellenistischen Monarchen der ptolemäischen Dynastie entsprach – in denen Ehen zwischen gemeinsam regierenden Brüdern und Schwestern an der Tagesordnung waren. Seine Verachtung für die römische Elite mag in einem solchen Schema eine Rolle gespielt haben. Was genau im königlichen Schlafzimmer geschah, war nicht öffentlich bekannt, es stellten jedoch einige Beobachter fest, dass der Kaiser die weibliche Ehrenposition bei den kaiserlichen Abendessen immer für Drusilla reservierte, nicht für ihre Schwestern oder seine Frauen, was sie als sicheres Zeichen für seinen Despotismus ansahen.

Sie starb an der einen oder anderen der Epidemien, die Rom in diesen Zeiten plagten. Ihr Bruder, der ihr Krankenbett angeblich nie verlassen hatte, machte sie posthum zur Augusta und ließ sie vom Senat per Dekret als Diva (im römischen Sinn) Drusilla zu einer Göttin erklären, gleichgestellt mit Venus bzw. Aphrodite.

Für uns lebt sie weiter als Person im Film und Fernsehen – so in der britischen Fernsehserie Ich, Claudius, Kaiser und Gott, in der sie von Beth Morris dargestellt wurde, beziehungsweise, etwas, hm, freizügiger, in dem notorischen Film Caligula (Link zum Film – nur zur Dokumentation), gespielt von Teresa Ann Savoy.

Wie man in den frühen Filmposter oben sehen kann, wurde ursprünglich Maria Schneider – bekannt aus Der letzte Tango in Paris – für die Rolle verpflichtet.

Zu diesem skandalösen Film gibt es eine sehr umfangreiche Website, die tief in die Mythen und rechtlichen Probleme des Films eintaucht, ausführlich informiert und nie zuvor veröffentlichte Informationen und Bilder in Hülle und Fülle beinhaltet (caligula.org). Siehe:

  1. Teresa Ann Savoy, Anneka Di Lorenzo, Lori Wagner
  2. Valerie Ray Clark
  3. Anneka di Lorenzo and Lori Wagner
  4. Suzanne Saxon and Carolyn Patsis

(© John Vincent Palatine 2019)

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