Mobilmachung 1914

Erfolgreiche politische Attentate waren im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert an der Tagesordnung. Im März 1881 war der russische Zar Alexander II ermordet worden, in den USA starben zwischen 1865 und 1901 nicht weniger als drei Präsidenten durch Attentate [Abraham Lincoln, James A. Garfield und William McKinley] und auch Österreich-Ungarn hatte 1898 mit Kaiserin Elisabeth, genannt Sisi, eine Kaiserin verloren. Im Jahre 1900 wurde der italienische König Umberto I ermordet, 1903 König Alexander I von Serbien und seine Frau, 1908 König Karl I von Portugal und sein Sohn Kronprinz Ludwig Philipp und schließlich 1913 König Georg I von Griechenland.

Keines dieser Attentate auf regierende Staatsoberhäupter löste eine internationale Krise aus. Was also gab dem Attentat von Sarajevo seine Bedeutung, in welchem lediglich einer von mehreren Thronfolgern ermordet wurde – Franz Ferdinand von Österreich-Este – der in seinem Land auch kaum betrauert wurde? Aus den Ereignissen welche folgten, scheint klar, dass es nicht um die Person des Opfers ging. Aus Gründen, die hier zu beleuchten sind, fasste die österreichisch-ungarische Regierung die Situation sowohl als Bedrohung als auch als Chance auf, die Situation im Balkan und vielleicht die eigene Existenz zu schützen und/oder zu bewahren. Unsere Beiträge zu dem Thema:


Die Schlafwandler – Das Deutsche Außenministerium nach Bismarck


Der Letzte Tag Europas – Sarajevo, 28. Juni 1914


Das Ultimatum an Serbien


Serbien muss sterbien! – Zur Kriegserklärung Österreich-Ungarns


Die Weltlage am 1. August 1914


(© John Vincent Palatine 2015/19)

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